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Was ist die Social Economy - und was leistet sie?

Samstag, 22.10.2022

Die Social Economy ist größer, vielfältiger und bedeutender für Wirtschaft und Gesellschaft als man denkt. Das gilt auch für ihre Rolle bei der notwendigen sozial-ökologischen Transformation.

Was ist die Social Economy?

Die Social Economy umfasst wirtschaftlich tätige Organisationen, die sich lt. Definition der Europäischen Kommission durch folgende Eigenschaften auszeichnen: „Vorrang des Menschen sowie des sozialen und/oder ökologischen Zwecks vor dem Gewinn, Reinvestition des größten Teils der Gewinne und Überschüsse zur Durchführung von Aktivitäten im Interesse der Mitglieder/Nutzer („kollektives Interesse“) oder der Gesellschaft insgesamt („allgemeines Interesse“) und demokratische und/oder partizipative Führung.“

Die Social Economy umfasst neben der traditionellen „Sozialwirtschaft“ und Organisationen der Solidarischen Ökonomie auch so genannte „Sozialunternehmen“ („Social Businesses“). Zu ihr zählen verschiedene Rechtsformen: Genossenschaften, Gesellschaften auf Gegenseitigkeit, Vereine (inklusive Wohltätigkeitseinrichtungen) und Stiftungen. Social Businesses nutzen weitere Rechtsformen wie die GmbH.

Und was leistet sie?

Rund 2,8 Mio Organisationen der Social Economy in Europa schaffen mehr als 13 Mio Arbeitsplätze und beschäftigen damit 6,3% der Europäischen Erwerbsbevölkerung. In Österreich gibt es schätzungsweise rund 1.500 Social Economy Organisationen. Für Länder wie Frankreich existieren präzise Daten zur Social Economy. Dort zählten im Jahr 2015 7% aller Unternehmen zur Social Economy, die 10,5% aller Beschäftigten auf sich vereinten. Allein der wichtige Teilbereich der Genossenschaften produziert in einigen EU-Ländern mehr als 10% am BIP (Holland 18%, Frankreich 18%, Finnland 14%). In der italienischen Region Emilia Romagna entfallen auf Genossenschaften fast 15% der Beschäftigung.

Das sind beachtliche Zahlen für einen Sektor, der in Österreich noch kaum von Politik und Medien wahrgenommen wird. Die Social Economy erbringt damit essenzielle Leistungen der öffentlichen Wohlfahrt, im gemeinnützigen Wohnbau, für die Landwirtschaft und die regionale Entwicklung insbesondere in strukturschwachen Räumen, schafft breiten Zugang zum Kreditwesen, entwickelt Lösungen für prekäre Arbeitsverhältnisse und agiert als Vorreiterin der Energiewende. In bestimmten Regionen der EU hat die Social Economy in diesen Kontexten eine besondere Funktion. So spielen in Italien Sozialgenossenschaften eine große Rolle, Energiegenossenschaften in Dänemark und Deutschland.

Damit kann die Social Economy die sozial-ökologische Transformation vorantreiben und ist – in ihrer ganzen Diversität an Rechtsformen, gewachsenen Strukturen und innovativen Geschäftsmodellen – die richtige Wirtschaftsform für eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen.

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